Ein Kampagnenreport für eine Marke muss genau eine Frage beantworten: Haben wir erreicht, was wir uns vorgenommen haben? Dafür braucht er fünf Bausteine: das vor Kampagnenstart vereinbarte Ziel und die Hauptkennzahl, Reichweiten- und Impressionszahlen, die Engagement-Rate im Vergleich zum Branchenbenchmark, eine ROI- bzw. Wertschätzung sowie einen qualitativen Abschluss mit echten Content-Beispielen und Kommentaren. Ohne diese fünf Bausteine ist der Report nur eine Zahlenliste, die nichts über den geschäftlichen Nutzen für die Marke aussagt.
Der Fehler, der die meisten Reports ruiniert
Er passiert nicht bei der Datenanalyse, sondern vorher: wenn niemand festlegt, welche Kennzahl beim Kampagnenstart am wichtigsten ist. War das Ziel Bekanntheit und der Report konzentriert sich auf Klicks, sieht die Marke den eigentlichen Wert der Arbeit nicht. Wähle je nach Ziel eine Hauptkennzahl:
- Bekanntheit → Reichweite, Impressionen, Share of Voice.
- Consideration → Engagement-Rate, Saves, qualifizierte Kommentare.
- Conversion → Klicks, genutzter Rabattcode, zugeordnete Verkäufe.
Der zweite, noch häufigere Fehler: den Report mit operativen Daten füllen – Likes, Views –, die zu keinem Geschäftsindikator führen. Leicht zu beschaffen, aber ohne Aussagekraft darüber, ob die Kampagne funktioniert hat.
Was in jeden Block des Reports gehört
1. Reichweite und Impressionen
Wie viele einzelne Accounts den Content gesehen haben und wie oft er ausgespielt wurde. Damit lässt sich der reale CPM der Kollaboration berechnen und mit anderen Kanälen vergleichen.
2. Engagement im Vergleich zum Branchenbenchmark
Eine rohe Engagement-Rate reicht nicht – sie muss mit der Branche verglichen werden. 2026 liegt die durchschnittliche Instagram-Engagement-Rate laut Quartalsdaten bei etwa 0,45–0,50% pro Follower, variiert aber je nach Nische enorm: Mode und Beauty bewegen sich zwischen 2,2% und 3,8%, Food & Beverage zwischen 2,5% und 4,1%, Fitness kann über 5% liegen. Nano-Accounts (unter 10.000 Follower) performen meist über dem Durchschnitt, zwischen 2% und 5% – diese Nuance solltest du erklären, wenn du mit kleineren Profilen arbeitest.
3. ROI bzw. generierter Wert
Hier kommt der ROI ins Spiel: Earned Media Value, per UTM zugeordneter Traffic, Rabattcode-Nutzung oder direkte Verkäufe, falls das Modell es zulässt. Ein reales Beispiel: Bei einer L'Oréal-Professionnel-Kampagne mit über 80 Creators wurde nicht nur der Earned Media Value gemessen, sondern auch die Effektivität nach Format – das half, im Folgejahr ein größeres Budget zu rechtfertigen.
4. Qualitativer Abschluss
Screenshots von Kommentaren, Beispiele der bestperformenden Beiträge und eine kurze Sentiment-Einschätzung. Entscheider verstehen eine Zahl deutlich besser, wenn sie mit einem visuellen Beispiel statt nur einer isolierten Tabelle kombiniert wird.
Wie ein Tool wie Influx das erleichtert
Wenn du mehrere Kampagnen gleichzeitig betreust – üblich bei Agenturen und Creators mit mehreren aktiven Marken –, kostet es Stunden, jeden Report von Grund auf in einer Tabelle zu erstellen. Wenn die Daten jeder Kollaboration (Reichweite, Deliverables, Einnahmen) an einem Ort zentralisiert sind, lässt sich der Report für jede Kampagne erstellen, ohne Screenshots und verstreute Zahlen aus verschiedenen Chats zusammensuchen zu müssen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Kennzahlen dürfen in einem Report für eine Marke nie fehlen? Mindestens: Reichweite, die mit dem Branchenbenchmark verglichene Engagement-Rate und eine ROI- bzw. Wertschätzung. Alles andere sind unterstützende Daten.
Was ist 2026 eine gute Engagement-Rate? Hängt von der Branche ab: Über 1% liegt ein Account bereits in den besten 25% der Markenprofile, in Nischen wie Fitness oder Food liegt der Durchschnitt oft bei 2–4%.
Wie zeige ich ROI ohne direkte Verkäufe? Nutze Earned Media Value, per UTM zugeordneten Traffic oder einen exklusiven Rabattcode. Kombiniert mit qualitativen Daten (Kommentare, Erwähnungen) ergibt das ein vollständigeres Bild als eine einzelne Zahl.
Wie oft sollte ich Reports an eine Marke schicken? Bei Kampagnen über zwei Wochen ist ein Zwischenreport plus Abschlussreport Standard. Bei einmaligen Kollaborationen reicht ein Abschlussreport 48–72 Stunden nach Veröffentlichung.